Krieg und moderne Technik

Krieg und moderne Technik

Wenn der Krieg auch nicht der Vater aller Dinge ist, so ist er zumindest der Ursprung vieler moderner Technologien. Es mag für viele Menschen befremdlich sein, aber die moderne Technik wäre ohne den Krieg nicht dort, wo sie heute ist. Es gibt viele Beispiele dafür, und besonders das 20. Jahrhundert hat während seiner zahlreichen Kriege viele Technologien hervorgebracht, die unser Alltagsleben bestimmen.

Während im Ersten Weltkrieg die Entwicklungen in erster Linie auf dem Waffensektor stattfanden, fehlte noch die Motorisierung, die im Zweiten Weltkrieg die Lücke geschlossen und die Kriegsführung für immer nachhaltig verändert hat. Die wichtigste Neuerung aber war sicherlich die Eroberung der dritten Dimension: Flugzeuge entwickelten sich in wenigen Jahrzehnten von albernen Vehikeln zu tödlichen Waffensystemen. Zwischen der Entwicklung der Doppeldecker und brauchbarer Düsenjäger vergingen nur wenige Jahrzehnte. Eine solche rasante Evolution wäre ohne Krieg kaum in so kurzer Zeit möglich gewesen. Auch der Einsatz der ersten Raketen diente militärischen Zwecken.

Doch auch der Kalte Krieg hat die moderne Technik vorangetrieben. Überschallflugzeuge, strategische Bomber und die Perfektionierung der Raketentechnik führten zur Fähigkeit, Waffen überall auf der Welt in kürzester Zeit einsetzen zu können. Die Nukleartechnik hat ihren Ursprung in der Entwicklung der Atombombe, ist aber aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Neben der offensichtlichen Energieerzeugung hat die Atomforschung auch wichtige Fortschritte in der medizinischen Forschung gebracht.

Selbst die wichtigsten Alltagserfindungen der letzten Jahrzehnte basieren auf moderner Technik, die für den Krieg entwickelt wurde. Das Internet sollte ursprünglich eine Dezentralisierung militärischer Kommandostellen ermöglichen, damit nicht mit einem Nuklearschlag die Kommandokette unterbrochen werden konnte. Und das GPS, das heute jeder in seinem Auto hat, wurde noch im Golfkrieg von 1991 als rein militärische Neuerung gefeiert.

Auch wenn es den zivilen Anwendern der modernen Technik nicht immer klar ist: Krieg ist einer der Hauptantriebe für menschlichen Forschungsdrang, was vermutlich auch damit zusammenhängt, dass eine finanzielle Förderung in Kriegszeiten einfacher zu erhalten ist. So ist ein Mondprogramm heutzutage ohne den Druck des Kalten Krieges kaum noch denkbar. Der zivile Nutzen ist aber mitunter ebenso groß wie der Schrecken, unter dem Technologie entwickelt wird.

Krieg spielt sich keinesfalls nur im Ausland ab. Vor allem in Deutschlands Großstädten gibt es immer wieder versteckte Kleinkriege zwischen Verbrecherorganisationen und dem langen Arm des Gesetztes. Auch private Detekteien profitieren von den technischen Weiterentwicklungen. Dank GPS-Sendern, versteckten Kameras, mobiler Internetanbindung und vielen weiteren Raffinessen, können Detektive immer kniffligere Fälle lösen.

Leider ist das Kriegspielen nach wie vor ein echter Trend unter Jugendlichen. Wo früher mit selbstgebastelten Holzschwertern gekämpft wurde, werden hierbei heute realitätsnahe Schlachten mit herausragenden Spielgrafiken über das Internet ausgefochten. Daher ist es nicht verwunderlich, das auch Soldatenkleidung bei vielen Jugendlichen sehr begehrt ist. Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder solche Spiele nicht zu Ernst nehmen und mit ihnen des öfteren Gespräche über die Gewalt und Grausamkeit des Krieges reden.

In Deutschland fühlen sich die Einwohner seit Jahren sicher im Bezug auf Krieg. Mehr sorgen machen sich diese vor eventuellen Einbrechern, weswegen spezielle Türschließer und manchmal sogar Überwachungskameras an den Eingängen angebracht werden. Im Krieg hingegen helfen solche Sicherheitsvorkehrungen eher weniger, da Soldaten in der Regel selten Probleme mit verschlossenen Türen haben.